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Laudatio zum Jubiläum 7x11 Jahre

Aktualisiert (Mittwoch, den 14. April 2010 um 09:09 Uhr) Geschrieben von: Administrator Freitag, den 31. Oktober 2008 um 11:15 Uhr

Laudatio zum Jubiläumsempfang der Uzbröder am 17.11.2007 von Burkhardt Brinks

Liebe Freunde der Uzbröder,
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Karnevalsfreunde,

als Präsident Dietmar Kürten mich vor einigen Monaten ansprach, ob ich bereit sei anläßlich dieses Jubiläumsempfangs die Laudatio zu halten, hat mich das sehr bewegt. Denn ich persönlich verstehe diese Frage als Zeichen von Verbundenheit, Freundschaft und Vertrauen. Dafür bedanke ich mich herzlich und es ist mir im besten Sinne eine Ehre diese Laudatio zu halten.

Wenn man sich dem Wesen und den Besonderheiten einer Karnevalsgesellschaft nähern will, hat man zunächst drei offensichtliche Möglichkeiten.

1. Der Name
2. Die Geschichte der Gesellschaft
3. Das aktuelle aktive Leben der Gesellschaft.

Alle drei Punkte sollen im Folgenden betrachtet werden und uns ein Bild über die Uzbröder vermitteln. zbröder sind Brüder bzw. Männer die jemanden veruzen. Soweit klar, aber as ist uzen? Falls überhaupt jemand im Saal ist, der das nicht wissen sollte, ei gesagt: Uzen bedeutet veräppeln, auf den Arm nehmen, liebevoll ärgern, verhohnepiepeln oder wie auch immer man das umschreiben will. Die Betonung Iiegt auf liebevoll, das Ganze wird nie bösartig und entspricht damit bester karnevalistischer Tradition. Den zweiten Teil des Namens muss man nicht llzu wörtlich nehmen, denn Bröder sind sie ja im biologischen Sinne nicht, wohl aber Brüder im Geiste, also ein Freundeskreis. Bei den Uzbrödern sind lso Freunde beisammen, die sich gerne mal gegenseitig auf den Arm nehmen.

Die Uzbröder wurden 1931 von Jakob "Köbes" Cordowins gegründet, welcher auch bis zum Ausbruch des zweiten Weltkrieges Präsident war. Noch im leichen Jahr wurde die Gesellschaft in die ‘Vereinigten Karnevalsgesellschaften" aufgenommen. In dieser nicht ganz leichten Zeit eine Karnevalsgesellschaft zu gründen war ein mutiges Unterfangen, zumal in den Jahren 1930 - 1933 sogar die Rosenmontagszüge wegen der weltweiten Wirtschaftskrise ausfielen. Dennoch verschafften die gelungenen Sitzungen und Kostümbälle in verschiedenen Stadtteilen Düsseldorfs den Uzbrädem in kurzer Zeit einen guten Ruf.
Nach dem zweiten Weltkrieg, bereits Ende 1945, versuchten die ,,Vereinigten Karnevalsgesellschaften" die noch vorhandenen Reste der Vereine zu sammeln.

Bei den Uzbrödern war es Kaspar Grüntei; der der Gesellschaft neues Leben einhauchte und Köpfe für die noch aus den Vorkriegsjahren vorhandenen EIferrats-Mützen suchte. Dies war jedoch nicht so einfach wie gedacht, da viele Düsseldorfer Männer natürlich noch in Gefangenschaft waren. Anfang 1946 konnte er in Wersten den Stammtisch ,,Brummfliege" für seine karnevalistischen Ideen gewinnen und kurz später fand dann in Wersten in der Gaststätte Meurer die erste Sitzung statt.

In der nachfolgenden Session, 1946/1947 veranstalteten die Uzbröder bereits wieder 5 Sitzungen. Als Kaspar Grünter in der Session 1952/53 seinen Posten aus gesundheitlichen Gründen niederlegte, sprang Karl Reismann als Präsident ein. Mit Witz und Schwung machte er die Uzbröder zu einer der namhaften Gesellschaften in Düsseldorf. Der damalige Karnevalsausschuß übertrug ihm viele Jahre die Organisation der Rosenmontagszüge und als Nachfolger von Hugo Cremer war er bis zur Auflösung des Kamevalsausschusses im Jahre 1979 dessen Präsident.

Kurze Zeit versuchten sich Heinz Hermanns und Heinz Cramen bis Max Schulze mit seinem Temperament für einige Jahre die Präsidentschaft der Uzbröder übernahm. Auch Willi Ditgen, Jacki Opdenberg und Gerd Raunitschke agierten auf dem Präsidentenstuhl.

Wie bei vielen anderen Gesellschaften, z.B. den WEISSFRÄCKEN, können auch bei den Uzbrödern Frauen nicht Mitglied werden. Deshalb organisierten sich die Frauen im Jahre 1972 selbst und gaben sich den Namen ,,Bommi Prum“ in Anlehnung an den Namen eines Getränkes, das damals äußerst beliebt war. Heute sind die Bommi Prum ein nicht mehr wegzudenkender Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens der Uzbröder und nehmen inzwischen sogar am Uniformappell teil, der jedes Jahr am 11.11. im Vereinslokal ,,Hubertuseck" stattfindet. Obwohl dabei für jedes falsche Uniformteil ein Obulus in die Vereinskasse bezahlt werden muss, herrscht bei den Mitgliedern großer Eifer beim Veruzen der eigenen Uniform. Auf gut Deutsch- es ist eine Riesengaudi!

Als Horst Gentsch 1974 die Präsidentschaft antrat, konnte noch keiner ahnen, dass er die Uzbröder bis in die Session 2001/2002 als 1. Präsident leiten würde. Als 1979 der Kamevalsausschuss aufgelöst wurde und durch das Comitee Düsseldorfer Cameval e.V. ersetzt wurde, wählten die Vereinsvertreter Horst Gentsch zum Rosenmontagszugleiter, was er bis 1993 blieb. Aus dieser Zeit stammt auch der gute Draht zwischen Uzbrödern und WEISSFRÄCKEN, da unser damaliger Literat Werner Brötz auch Literat im Comitee war.
Unter Horst Gentsch hat die Gesellschaft einen großen Aufschwung genommen, auch weil er ein Vertreter des volkstümlichen Karnevals war. Viele Jahre wurden für die Sitzungen keine Plakate mehr gedruckt, da die Karten meistens Anfang Dezember vergriffen waren. Niemand wird bestreiten, dass die Uzbröder Horst Gentsch und auch seiner Frau Helga unglaublich viel zu verdanken haben.

Seit der Session 2002/2003 ist Dietmar Kürten neuer 1. Präsident. Auch er fführt die Gesellschaft mit hohem Engagement, viel Herz und mit Begeisterung für den Düsseldorfer Karneval im Sinne seines Vorgängers. Das Amt des 1. Vorsitzenden übernahm nach dem Tode von Horst Gentsch,
der im August 2004 verstarb, der langjährige 1 . Schriftführer Klaus-Jürgen Kraus. Für Ihr großes karnevalistisches Engagement wurde der Gesellschaft vom "BUND DEUTSCHER KARNNEVAL" bereits zum 50jährigen Jubiläum im Jahre 1981 das Recht verliehen, sich "Große Karnevalsgesellschaft Düsseldorfer Uzbröder" nennen zu dürfen.

Das heutige gesellschaftliche Leben der Uzbröder ist rege und familiär. Monatliche Versammlungen im Vereinslokal sind ebenso selbstverständlich wie die Tatsache, dass die Uzbröder ihren Rosenmontagswagen nicht nur komplett in Eigenarbeit bauen, sondern auch in Eigenarbeit gemeinschaftlich wieder abreißen. Eine langjährige Freundschaft hat sich bei den Rosenmontagszügen zur Guggemusi Leggerli Hagger gebildet, deren Auftritt im Vereinslokal nach dem Rosenmontagszug ein besonderes Highlight und eine Iiebgewordene Tradition ist.

Traditionell fühlt man sich dem volkstümlichen Karneval verpflichtet, was u.a. darin Ausdruck findet, dass bei den Sitzungen der Uzbröder der Elferrat in einem zum Sessionsmotto passenden Kostüm auftritt und nicht in Uniform. Uniform wird nur in Jubiläumsjahren getragen, also auch bei der kommenden Sitzung am 12.01.2008.

Legendär sind die Partys nach den Sitzungen im Foyer, die mit einer 3-Mann Live-Band immer bis gegen 4.00 Uhr morgens dauern.

Doch auch in der karnevalsfreien Zeit wird die Gemeinschaft gepflegt, einerseits bei den bereits erwähnten Monatsversammlungen, andererseits z.B. beim jährlichen Gesellschaftsausflug. Für das Jubiläumsjahr hat man sich auch hier etwas gegönnt, der Ausflug wird auf 3 Tage ausgedehnt und führt in den Westerwald.
Ich habe schon oft gesagt, dass es völlig egal ist wie man Karneval feiert. Ob im Kostüm oder in Lackschuhen, ob im Ballsaal oder im Gemeindezentrum, ob mit 1.500 oder mit 150 Narren, die Hauptsache und das Wichtigste ist, dass man mit Herz und Seele Karneval feiert. Hier und heute möchte ich konstatieren: die Uzbröder feiern Karneval mit Herz und Seele.

Liebe Freunde der Uzbröder,

Die 7 x 11 Jahre eurer Vereinsgeschichte sind naturgemäß geprägt von Höhen und Tiefen, von Diktatur und Weltkrieg, von Wiederaufbau und Wirtschaftswunder, von kaltem Krieg und der friedlichen Revolution , die zur deutschen Wiedervereinigung führte, vom Wirtschaftsboom der 80er Jahre und den wirtschaftlichen Problemen unserer Zeit, die auch an den Karnevalsgesellschaften nicht immer spurlos vorübergehen.

In dieser langen Zeit das Schiff immer auf Kurs gehalten zu haben und, als zwar uzende, aber dennoch vor allem anderen als Bröder diese lange Zeit bewältigt zu haben, nötigt mir Respekt ab. Für michupersönlich seid ihr nicht nur die ,,Große Karnevalsgesellschaft Uzbröder", denn das ist nur ein Titel und Titel sind Schall und Rauch, für mich seid Ihr, und ich ziehe dabei die Mütze vor euch, für mich seid ihr GROSSE KARNEVALISTEN.

Im Namen aller Düsseldorfer Karnevaisfreunde darf ich euch zum 7 x 11-jährigen Jubiläum gratulieren und bitte alle mit mir gemeinsam auszurufen:

Auf die Uzbröder, auf 7 x 11 Jahre und auf den Karneval der Landeshaupstadt Düsseldorf

3 x Düsseldorf Helau